Market Outlook

Ein entscheidendes Jahr für Aktien

Aktualisierung zu Rezessionsindikatoren

Jeff Schulze, CFA, Investment Strategist
7. Januar 2019

Unser Recession Risk Dashboard zeigt weiterhin ein warnendes gelbes Signal an, das in diesem Monat keine Änderungen aufweist, während die Bewertungen und Allokationstrends auf einen positiven, wenn auch unruhigen Markt im Jahr 2020 hindeuten.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Trends der historischen Bewertung und der Vermögensallokation deuten auf ein positives Jahr für Aktien hin. In naher Zukunft könnten die Märkte angesichts des Potenzials für eine Wachstumspanik unruhig sein.
  • Das ClearBridge Recession Risk Dashboard zeigt weiterhin ein warnendes gelbes Signal an, das in diesem Monat unverändert bleibt. Wir sind der Ansicht, dass die kommenden Quartale über das Schicksal dieses Konjunkturzyklus entscheiden werden.
  • Da wir das erste Jahrzehnt in der Geschichte ohne Rezession hinter uns gebracht haben, sind wir wahrscheinlich erst zur Hälfte durch den aktuellen säkularen Bullenmarkt gekommen, was den langfristigen Aktienanlegern Vertrauen geben sollte.

Die Skepsis der Anleger ist ein möglicher Katalysator für 2020

Es gibt nur drei Dinge, die im Leben sicher sind: Tod, Steuern und die Nichtbefolgung der Vorsätze für das neue Jahr. Vielleicht ist eine vierte Binsenweisheit an den Finanzmärkten jedes Jahr zu beobachten: Aktienstrategen sind permanent optimistisch und werden gemeinsam niemals eine Rezession heraufbeschwören. Diese Sicht des halbvollen Glases könnte zum Teil der Grund dafür sein, dass Aktienanleger bei Rezessionen immer als Letzte die Party verlassen. Noch wichtiger ist, dass der Konsens im Allgemeinen zu optimistisch ist, wenn sich der Zyklus verschlechtert (2000-2002, 2007) und zu pessimistisch, wenn sich der Markt wieder erholt (2003, 2012). Heute sind die Strategen der Wall Street am wenigsten optimistisch hinsichtlich des S&P 500 Index, wenn man die vergangenen 14 Jahre betrachtet (Anlage 1). Diese kollektive Vorsicht könnte ein gutes Vorzeichen für die Marktrenditen des nächsten Jahres sein.

Anlage 1: Erwartungen zum Jahresende auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren

Quelle: Bloomberg, Stand vom 31.12.2019. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. Indizes werden nicht verwaltet und stehen nicht für Direktanlagen zur Verfügung. Die Index-Renditen werden ohne Gebühren und Verkaufsaufschläge berechnet. Diese Angaben dienen nur der Veranschaulichung und geben nicht die Wertentwicklung tatsächlicher Anlagen wieder. Vorhersagen sind ihrem Wesen nach begrenzt und sollten nicht als Indikatoren für die tatsächliche oder zukünftige Performance herangezogen werden.

ClearBridge war 2019 optimistischer als der allgemeine Konsens. Wir glaubten, dass die Rezessionsängste angesichts des soliden grünen Signals des ClearBridge Recession Risk Dashboard übertrieben waren. Wir haben uns auf starke Parallelen zum Wirtschafts- und Markthintergrund des Jahres 2018 und zu historischen Zeiträumen wie 1984 und 1994 konzentriert. Unser Rückblick auf diese historischen Bedingungen deutete darauf hin, dass sich die Märkte ohne Rezession nach jedem Neustart wieder erholen sollten, was auch 2019 wieder der Fall war. Im Nachhinein betrachtet, glauben wir, dass die Parallele zu 1994-1995 für das aktuelle Umfeld besser geeignet ist. Wenn die Wirtschaft und der Markt weiterhin dem historischen Muster folgen, sollten die Investoren zufrieden sein. 1996 war ein robustes Jahr für Aktienanleger, alleine der S&P 500 lieferte eine Preisrendite von 20 % (Anlage 2).

Anlage 2: Werden die Aktien ein weiteres Jahr wie 1996 erleben?

Stand der Daten: 31. Dezember 2019. Quelle für Renditen und Wirtschaftsdaten: FactSet. Dashboard: Bureau of Labor Statistics (BLS), Federal Reserve, Census Bureau, Institute for Supply Management (ISM), Bureau of Economic Analysis (BEA), American Chemistry Council, American Trucking Association, Conference Board und Bloomberg. YoY ist eine Abkürzung für Year-over-Year (im Jahresverlauf). Das ClearBridge Recession Risk Dashboard wurde im Januar 2016 geschaffen. Die Verweise auf die Signale, die es in den Jahren vor Januar 2016 gesendet hätte, beruhen darauf, wie sich die zugrunde liegenden Daten damals in den Komponentenindikatoren widerspiegelten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. Indizes werden nicht verwaltet und stehen nicht für Direktanlagen zur Verfügung. Die Index-Renditen werden ohne Gebühren und Verkaufsaufschläge berechnet. Diese Angaben dienen nur der Veranschaulichung und geben nicht die Wertentwicklung tatsächlicher Anlagen wieder.

Es könnte schwierig sein zu erkennen, wie sich der Markt nach dem Anstieg von 31,5 % im Jahr 2019 weiter nach oben bewegen könnte. Die Teilnahme an der diesjährigen Rallye war jedoch begrenzt. Viele Privatanleger haben diese Chance verpasst, wie die Zuflüsse in Renten- und Aktienfonds im Laufe des Jahres belegen. Im Jahr 2019 zogen die Anleihe- und Geldmarktfonds 868 Mrd. USD an, während Aktienfonds Abflüsse in Höhe von 216 Mrd. USD verzeichneten. Dieser Nettounterschied in Höhe von 1,08 Billionen USD ist die größte Abweichung in der Marktgeschichte zwischen diesen beiden Anlageklassen (Anlage 3).

Es stehen noch reichlich liquide Mittel zum Einsatz zur Verfügung

Die Turbulenzen ab Ende 2018 schreckten die Anleger und führten zu einer Flucht in sichere Anlagen, die Anleihen gegenüber risikoreicheren Aktien begünstigte. Dies ist ein bekanntes Muster, das sich auch nach den „Risk-off“-Perioden in den Jahren 2011 und 2015 abgespielt hat. Insbesondere Privatanleger - noch immer verängstigt durch die zwei 50%igen Markteinbrüche des letzten Jahrzehnts - stiegen trotz starker Aktienrenditen in den Jahren 2012, 2016 und 2019 in Anleihen ein. Schließlich wandelten sich diese Bedenken von der Furcht vor einer Rezession in die Furcht, etwas zu verpassen (Fear Of Missing Out, FOMO), und in den Jahren 2013 und 2017 flossen die Gelder der Privatanleger wieder in Aktien. Diese Umkehrung der Kapitalflüsse der Anleger trug dazu bei, die Renditen des S&P 500 um 32 % bzw. 22 % zu steigern. Sollte sich diese Dynamik im Jahr 2020 erneut ergeben, könnten die Renditen wieder nach oben überraschen. Es ist wichtig zu beachten, dass in Geldmarktfonds reichlich Liquidität vorhanden ist. Tatsächlich ist das Vermögen der Geldmarktfonds gegenüber dem letzten Jahr um 22 % gestiegen und liegt derzeit mit 3,6 Billionen USD nahe dem Allzeithoch.

Anlage 3: Die Mittelzu- und abflüsse signalisieren die Vorsicht der Anleger

Stand der Daten: 31. Dezember 2019. Quelle: JP Morgan. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. Indizes werden nicht verwaltet und stehen nicht für Direktanlagen zur Verfügung. Die Index-Renditen werden ohne Gebühren und Verkaufsaufschläge berechnet. Diese Angaben dienen nur der Veranschaulichung und geben nicht die Wertentwicklung tatsächlicher Anlagen wieder.

Ein weiterer Katalysator für höhere Renditen in diesem Jahr könnte eine anhaltende Steigerung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) sein. Als Erinnerung, gibt es drei Renditequellen für Aktien: Gewinnwachstum, Steigerung der Multiplikatoren und Dividenden. Nahezu die gesamte Rendite des Jahres 2019 stammt aus einer Steigerung der Multiplikatoren mit einem annähernd flachen Ergebniswachstum. Der Konsens scheint zu glauben, dass eine weitere Steigerung der Multiplikatoren unwahrscheinlich ist. Ein Rückblick auf die Jahre 2018 und 2019 zeigt jedoch, dass sich die Aktienrenditen der letzten beiden Jahre ausschließlich durch die Ertragsverbesserung und nicht durch eine Steigerung der Multiplikatoren erklären lassen. Genauer gesagt, die Erträge und die Kursrendite für den Markt sind jeweils um 21 % gestiegen. Dies stellt die herkömmliche Weisheit in Frage, dass die Bewertungen „ausreißen“.

Es kann weiterhin zu einer Steigerung der Multiplikatoren kommen, wenn historische Bewertungsmuster um Spitzenwerte herum als Anhaltspunkt dienen. Das mittlere Marktmultiple wurde mit einem Aufschlag von 24,5 % auf den Fünfjahresdurchschnitt vor den letzten 10 Konjunkturhöhepunkten gehandelt (Anlage 4). Dies deckt sich mit der Auffassung, dass Bullenmärkte in Euphorie enden und nach oben schießen. Heute wird der Markt im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren mit einem leichten Aufschlag gehandelt, obwohl wir glauben, dass die Bewertungen noch Spielraum nach oben haben. Das aktuelle Niedrigzinsumfeld verstärkt diese Sichtweise zusätzlich.

Anlage 4: Bewertungen sind im Verhältnis zu vergangenen Marktspitzen nicht hoch

Stand der Daten: 31. Dezember 2019. Quelle: JP Morgan. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. Indizes werden nicht verwaltet und stehen nicht für Direktanlagen zur Verfügung. Die Index-Renditen werden ohne Gebühren und Verkaufsaufschläge berechnet. Diese Angaben dienen nur der Veranschaulichung und geben nicht die Wertentwicklung tatsächlicher Anlagen wieder.

Kann eine Lockerung durch die Zentralbank den Retter in der Not spielen?

Diese rosige Einschätzung der zukünftigen Marktentwicklung steht im Einklang mit den „Risk-on“-Signalen, die von Aktien, Zinsen, Kredit-Spreads und Rohstoffen ausgehen. Die Tail-Risiken aus den amerikanisch-chinesischen Handelskriegen und dem Brexit wurden reduziert und die globalen Zentralbanken haben das System kollektiv mit Liquidität überschwemmt. So hat beispielsweise die jüngste Bilanzausweitung der Fed acht Monate der quantitativen Straffung in nur neun Wochen wieder rückgängig gemacht. Wenn man die Europäische Zentralbank und die Bank von Japan mit einbezieht, führen die drei großen Zentralbanken nun zusammen etwa 100 Mrd. USD pro Monat an quantitativer Lockerung durch. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren lockern sich Handelsspannungen und Geldpolitik gleichzeitig und sind die wichtigsten Katalysatoren der diesjährigen Santa Claus-Rallye.

Aber es ist wichtig zu erkennen, dass der Aktienmarkt eine schlechte Erfolgsbilanz bei der frühzeitigen Erkennung von Rezessionen hat. Eine genauere Betrachtung der letzten Zeiträume, in denen die Fed drei Zinssenkungen vorgenommen hat, zeigt gemischte Ergebnisse: zwei Rezessionen und zwei weiche Landungen. Wichtig ist, dass die erste Reaktion des Marktes in den ersten drei Monaten nicht hilfreich war, um zu erkennen, welches Szenario sich im Rahmen der zumeist positiven Marktentwicklung abspielte. Das wichtigste Signal für die Wirtschaft kam sechs Monate nach der dritten Zinssenkung, wobei negative Preisaktionen eine Rezession und positive Preisaktionen eine weiche Landung bedeuten (Anlage 5). Im gegenwärtigen Fall erfolgte die dritte Zinssenkung der Fed am 30. Oktober und machte das erste Quartal zu einem kritischen Wendepunkt.

Anlage 5: S&P 500 Renditen nach der dritten Zinssenkung

Quellen: BMO Investment Strategy Group, Federal Reserve Board (FRB), FactSet. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. Indizes werden nicht verwaltet und stehen nicht für Direktanlagen zur Verfügung. Die Index-Renditen werden ohne Gebühren und Verkaufsaufschläge berechnet. Diese Angaben dienen nur der Veranschaulichung und geben nicht die Wertentwicklung tatsächlicher Anlagen wieder.

Dieser Fokus auf das erste Quartal entspricht dem Ergebnis des ClearBridge Recession Risk Dashboard. Das Gesamtsignal für das Dashboard wurde bereits im Juni 2019 gelb. Im Durchschnitt ist ein insgesamt gelbes Signal innerhalb von sechs bis neun Monaten nach der ersten Änderung wieder auf grün (weiche Landung) oder rot (Rezession) zurückgegangen. Daher sind wir der Ansicht, dass das erste Quartal 2020 über das Schicksal dieses Konjunkturzyklus entscheiden wird. Im Dezember gab es keine zusätzlichen Hinweise, da es keine Änderungen an den einzelnen Indikatoren gab. Das Dashboard bleibt weiterhin fest im gelben Bereich, was mittelfristig erhöhte Rezessionsrisiken signalisiert (Anlage 6).

Anlage 6: ClearBridge Recession Risk Dashboard

Stand der Daten: 31. Dezember 2019. Quellen: ClearBridge Investments, BLS, US-Notenbank (Federal Reserve), Census Bureau, ISM, BEA, American Chemistry Council, American Trucking Association, Conference Board und Bloomberg. Das ClearBridge Recession Risk Dashboard wurde im Januar 2016 geschaffen. Verweise auf Signale, die in den Jahren vor Januar 2016 ausgesandt worden wären, basieren auf der Art und Weise, wie die zugrunde liegenden Daten sich zu jenem Zeitpunkt in den Indikatoren der einzelnen Komponenten niederschlugen.

Das erste Quartal könnte ausschlaggebend sein

Eine unserer Kernansichten ist weiterhin, dass im ersten Halbjahr eine Rezessionsangst aufgrund der verzögerten Auswirkungen der Straffung der Fed auftreten wird. Wenn man das Produktionsproblem von Boeing in berücksichtigt, würde es uns nicht überraschen, einen Rückgang um 1 % (oder mehr) für das BIP im ersten Quartal zu sehen. Ob dies zu einer Rezession metastasiert, bleibt abzuwarten. Viele Marktteilnehmer glauben jedoch, dass die Nichtumkehrung der Zinsstrukturkurve bedeutet, dass eine Rezession abgewendet werden konnte. Die Historie hingegen legt nahe, dass dieses Szenario kein optimistisches Zeichen für die Konjunktur ist. Tatsächlich lag die Zinsstrukturkurve vor jeder der vergangenen drei Rezessionen im positiven Bereich mit einer durchschnittlichen Steilheit von 67 Basispunkten zu Beginn der Rezession. Darüber hinaus traten die letzten drei Umkehrungen zwischen 8 und 16 Monaten vor der Rezession auf, und wir sind derzeit nur sechs Monate über die erste Umkehrung der Zinsstrukturkurve hinaus. Das bedeutet, dass wir vielleicht noch nicht ganz aus dem Gröbsten heraus sind. Tatsächlich stimmt die gegenwärtige Marktrallye mit der Geschichte überein, da der S&P 500 nach den Zinskurvenumkehrungen von 1989 und 2006, die beide mit einer Rezession endeten, über ein Jahr lang zweistellig stieg.

Auch wenn die Zinsstrukturkurve auf kurze Sicht kein hilfreicher Wegweiser sein mag, sollte eine genauere Untersuchung des Geschäfts- und Verbrauchervertrauens einige wichtige Anhaltspunkte liefern. Das Geschäftsvertrauen scheint sich zuletzt stabilisiert zu haben, während das Verbrauchervertrauen weiterhin mit zyklischen Höchstständen liebäugelt. Wir glauben zwar nicht, dass sich das Geschäftsvertrauen und die Investitionsausgaben aufgrund des Margendrucks wesentlich erholen können, aber es könnte ausreichen, um die Unternehmen zu ermutigen, ihre Mitarbeiterzahl konstant zu halten, während wir uns durch eine eher milde Konjunkturphase bewegen. Entlassungen sind traditionell der letzte Dominostein, der im Zuge von Rezessionen fällt.

Wenn eine weiche Landung (und keine Rezession) das ultimative Ziel ist, sieht es wahrscheinlich anders als während der massiven Erholung von 2016/2017 aus. Erstens gibt es heute in den meisten großen Volkswirtschaften weniger freie Kapazitäten, mit Arbeitslosenquoten, die auf oder nahe den Tiefstständen mehrerer Jahrzehnte liegen. Dies dient als Indikator, wie schnell die Wirtschaft letztendlich wachsen kann. Zweitens hat China Zurückhaltung bei Konjunkturmaßnahmen im „Shotgun“-Stil gezeigt und eher einen gezielten „Gewehr“-Ansatz bevorzugt. Dies steht in krassem Gegensatz zu dem großen Konjunkturpaket, das 2016 aufgelegt wurde und die globale Reflation vorantrieb. Die Deleveraging-Kampagne ist weiterhin ein Schwerpunkt der politischen Führung und wird fortgesetzt, bis sich das Wachstum deutlich drastischer verlangsamt hat. Die vorausschauenden Indikatoren für den Wohnungsbau deuten auf eine wesentliche Verlangsamung im nächsten Jahr hin, aber es würde wahrscheinlich Zeit brauchen, bis die Führung ihren Kurs ändert. Drittens gibt es weiterhin wenig Appetit auf fiskalische Expansion in Europa, und ein großes Finanzpaket in den USA scheint angesichts eines geteilten Kongresses in einem Wahljahr unwahrscheinlich, da keine der beiden Parteien einen Kompromiss eingehen und der anderen einen „Sieg“ bescheren möchte. Schließlich dürften die durch die Präsidentschaftswahlen entstandene Unsicherheit und die nach wie vor bestehende Angst vor einem Handelskrieg die Investitionen der Unternehmen deckeln.

Anlage 7: Es ist schwer, vor den US-Wahlen pessimistisch zu sein

Obwohl die Präsidentschaftswahlen aufgrund der Unsicherheit über die künftige Politik das Vertrauen der Unternehmen beeinträchtigen könnten, sollten sich die Marktteilnehmer zu diesem Zeitpunkt keine Sorgen darüber machen, wer die Wahl gewinnen wird. Die Märkte konzentrieren sich auf die Wirtschaft und ignorieren in der Regel die politische Rhetorik bis kurz vor der Wahl. Seit 1936 hat der Markt in den 12 Monaten vor dem Wahltag in 90 % der Fälle eine positive Rendite erzielt. Die durchschnittlich erzielte Rendite in diesem Jahr betrug 9,7 % (Anlage 7). Im Laufe der letzten 80 Jahre gab es wenig marktfreundliche Kandidaten, doch der Markt hat diese im Allgemeinen vor dem Wahltag einfach ignoriert.

Der säkulare Bullenmarkt lebt und gedeiht prächtig

Wenn wir die Seite der 2010er Jahre umblättern, ist es wichtig, darüber nachzudenken, wie wir es bis hierher geschafft haben, und zu überlegen, was wir für die Zukunft erwarten können. Nachdem wir die große Finanzkrise erlebt haben, hätten nur wenige vorhergesagt, dass dieses Jahrzehnt das erste in der US-Geschichte ohne Rezession gewesen wäre. Nur wenige hätten prognostiziert, dass die USA der größte Ölproduzent der Welt sein würden. Nur wenige hätten das schwierige Jahrzehnt für Value-Aktien nach 70 Jahren Outperformance erwartet. Paradigmenwechsel wird es im nächsten Jahrzehnt zwangsläufig geben, so wie es immer der Fall ist. Während viele bezweifeln, dass die USA nach ihrem jüngsten Lauf weiterhin eine starke Aktienmarktperformance verzeichnen können, sind wir anderer Meinung. Unsere Ansicht beruht auf längerfristigen Mustern, die als säkulare Bullen- und säkulare Bärenmärkte bezeichnet werden.

Anlage 8: Säkulare Bullenmärkte

Stand der Daten: 31. Dezember 2019. Quelle: Bloomberg. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. Indizes werden nicht verwaltet und stehen nicht für Direktanlagen zur Verfügung. Die Index-Renditen werden ohne Gebühren und Verkaufsaufschläge berechnet. Diese Angaben dienen nur der Veranschaulichung und geben nicht die Wertentwicklung tatsächlicher Anlagen wieder.

Seit 1930 folgte auf jeden säkularen Bärenmarkt ein 20-jähriger säkularer Bullenmarkt, was auf ein erhebliches Aufwärtspotenzial für Aktien hindeutet (Anlage 8). Das heißt nicht, dass es auf dem Weg keine Herausforderungen geben wird. Vergangene säkulare Bullenmärkte haben große Rückschläge erlebt, wobei der Crash von 1987 zum Beispiel inmitten des säkularen Bullenmarktes von 1980-2000 stattfand. Allerdings waren die Marktrückgänge in säkularen Bullenmärkten geringer als in säkularen Bärenmärkten und betrugen im Durchschnitt -25 % gegenüber -46 %. Wir sind der Meinung, dass die USA erst die Hälfte des derzeitigen säkularen Bullenmarktes hinter sich haben, was bedeutet, dass Aktienanleger trotz potenzieller Herausforderungen auf das kommende Jahrzehnt positiv gestimmt sein sollten. Obwohl es viele potenzielle Gegenwinde gibt, können die extrem niedrigen Zinsen und die ultra-lockere Politik der Zentralbanken weiterhin Wind in die Segel der U.S. Märkte wehen.


Definitionen:

Die Bank of Japan (BoJ) ist die Zentralbank Japans und ist für die Yen-Währung verantwortlich.

Black Monday (1987 Crash) am 19. Oktober 1987 war der Tag, an dem ein plötzlicher, schwerwiegender und größtenteils unerwarteter systemischer Schock das globale Finanzmarktsystem in seiner Funktion lahmlegte und dessen Stabilität durch einen Aktienmarkt-Crash zusammen mit Zusammenbrüchen auf den Termin- und Optionsmärkten ins Wanken brachte.

Das Board of Governors of the Federal Reserve System, kurzgenannt auch das Federal Reserve Board oder FRB , ist ein siebenköpfiges Gremium, das das Federal Reserve System regiert, die US-Zentralbank, die für die Festlegung der Geldpolitik des Landes verantwortlich ist.

Das Bureau of Economic Analysis (BEA) ist eine Behörde innerhalb der Wirtschafts- und Statistikbehörde des Handelsministeriums, die für die Sammlung und Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten, Forschung und Analyse sowie Schätzmethoden zuständig ist.

Das Bureau of Labor Statistics (BLS) ist eine amerikanische Regierungsbehörde, die mit der Erhebung und Verbreitung einer Reihe von Wirtschafts- und Beschäftigungsdaten beauftragt ist.

Investitionsausgaben (Capex) sind ein Betrag, den ein Unternehmen für den Erwerb oder die Modernisierung von Produktionsanlagen (z. B. Gebäude, Maschinen und Ausrüstungen, Fahrzeuge) ausgibt, um die Kapazität oder Effizienz eines Unternehmens für mehr als einen Abrechnungszeitraum zu steigern.

Das Conference Board ist ein Wirtschafts- und Forschungsverband mit Sitz in den USA.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist für das Geldsystem der Europäischen Union (EU) und die Euro-Währung verantwortlich.

Das Federal Reserve Board (Fed) ist für die Formulierung der US-Politik zur Förderung des wirtschaftlichen Wachstums, der Vollbeschäftigung, stabiler Preise und nachhaltiger Strukturen im internationalen Handel und Zahlungsverkehr zuständig.

Die Finanzkrise von 2007-2008, die auch als die Große Finanzkrise, die globale Finanzkrise von 2008 bezeichnet wird, war eine schwerwiegende, weltweite Wirtschaftskrise. Sie wird von vielen Wirtschaftswissenschaftlern als die gravierendste Finanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er angesehen und häufig mit dieser verglichen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist eine ökonomische Statistik, welche den Marktwert aller innerhalb eines Landes über einen gegebenen Zeitraum hinweg produzierten Enderzeugnisse und erbrachten Dienstleistungen misst.

Quantitative Straffung bezieht sich auf eine von einer Zentralbank durchgeführte Geldpolitik, bei der sie die überschüssigen Reserven des Bankensystems durch den direkten Verkauf von Schuldverschreibungen aus dem eigenen Bestand abbaut.

Steigerung der Multiplikatoren bezieht sich auf einen Anstieg des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) an den Märkten.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bezieht sich auf den Kurs einer Aktie geteilt durch den Gewinn pro Aktie.

Santa Claus-Rallye bezieht sich auf Dezember-Gewinne am Aktienmarkt.

Der S&P 500 Index ist ein nicht gemanagter Index aus 500 Aktien, der allgemein repräsentativ für die Performance größerer US-Unternehmen ist.

Die Zinsstrukturkurve ist die grafische Darstellung des Verhältnisses zwischen der Rendite von Anleihen gleicher Bonität, aber unterschiedlicher Laufzeiten.

Eine umgekehrte Zinsstrukturkurve bezeichnet eine Marktsituation, in der Renditen für Anleihen mit längeren Laufzeiten niedriger ausfallen als jene von Emissionen mit kürzeren Laufzeiten.

Das United States Census Bureau (USCB) ist eine Hauptbehörde des U.S. Federal Statistical System, verantwortlich für die Erstellung von Daten über die amerikanische Bevölkerung und Wirtschaft.

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